Someone New

Someone New | Book Review

Es gibt so Bücher im Leben, die lassen uns auch in Gedanken nicht aus, wenn wir sie schon längst fertig gelesen haben und uns bereits einem neuen widmen. „Someone New“ von Laura Kneidl ist eines dieser besonderen Bücher. Aus „Nur mal schnell in ein Kapitel reinschnuppern“ wurde ein ganzer Tag, in dem ich das Buch bis zum letzten Buchstaben durchlesen habe. Und wow. Wow, wow, wow. Es war einfach nur wahnsinnig genial und mit dem Ende hätte ich vermutlich NIE gerechnet! Ich liebe solche Überraschungsmomente. ♡

Die Geschichte zu „Someone New“ (Achtung Spoiler!)

In „Someone New“ geht es darum, dass ein reiches Mädchen – Micah – einen Kellner -Julian – auf der Party trifft und sich sofort von ihm hingezogen fühlt. Allerdings ist ihre Mutter gar nicht begeistert und lässt ihn feuern. Zu Beginn erfährt man schon, dass Micahs Bruder aus dem Haus geworfen wurde, weil er einfach auf Männer steht. Die Eltern wollen nicht mit der LGBTIQ-Szene in Verbindung gebracht werden und so muss der Bruder Adrian weg. Micah beginnt inzwischen am College und siehe da: Ihr Nachbar ist Julian, der Kellner. Es beginnt sich eine Liebesgeschichte zu entwickeln und involviert auch Julians WG-Mitglieder. Immer und immer wieder kommen sie sich näher und dann passiert etwas, dass sie auseinandergehen lässt. Micah sucht die ganze Zeit ihren Bruder in verschiedenen Clubs und LGBTIQ-Vereinen, wird aber kaum fündig. Das ganze Buch dreht sich viel um das Thema Akzeptanz von diesen Menschen.

Der Knaller kommt dann ganz zum Schluss. In der Handlung fällt immer wieder Sophia, die angeblich Julians kleine Schwester war und bei einem Autounfall mit Julian gestorben ist. Julian hat schließlich auch einige Narben über den Körper verteilt. Da sich das aber nur in Micahs Kopf abspielt, ist sehr unklar, ob das überhaupt stimmt. Die Aufklärung folgt im letzten Fünftel: Julian IST Sophia. Weil Julian ist trans und hatte eine Geschlechtsumwandlung. Das war der Moment, in dem ich mir einfach nur gedacht habe: Oh. Mein. GOTT. Wie genial ist dieses Buch?!

Die Themen und Fragen zu „Someone New“

Klar, die Themen LGBTIQ und Akzeptanz umschwirren uns immer wieder und eigentlich sind wir übersättigt mit den Debatten zu „Ehe für Alle“ und Adoptionsrecht. Doch ganz ehrlich: Dieses Buch zeigt auf ganz sanfte Art und weise, wie das im realen Leben aussieht. Wir verlieben uns gemeinsam mit Micah in diesen geheimnisvollen Julian und wollen ihn unter keinen Umständen verlieren, weil er so toll ist. Und dann stellt sich heraus, dass er eigentlich mal eine Frau war. Ich bin wirklich lange danach gesessen und habe mir überlegt, was ich tun würde, wenn mein Partner unbekannterweise früher ein anderes Geschlecht gehabt hätte. Würde ich mich distanzieren? Würde ich mich betrogen fühlen? Ich glaube, die Liebe würde überwiegen. Man ist schließlich in den Menschen verliebt – nicht in seine oder ihre Geschlechtsteile! (Die meisten jedenfalls 😅)

Someone New

Und dann ist da noch die zweite Geschichte mit Adrian, der von seinen Eltern rausgeschmissen wird, weil er schwul ist. Einfach nur schwul. Nicht, weil er etwas schlimmes angestellt hat oder in kriminelle Machenschaften verwickelt ist. Selbst dann sollten Eltern ihre Kinder nicht einfach vor die Tür setzen. Aber wir haben 2019 verdammt! Da sollte die sexuelle Orientierung schon lange kein Thema mehr sein! Leider passiert das immer noch viel zu häufig. Nicht nur in „Someone New“.

Love is Love. Is Love. Is Love. And it’s okay. Das ist die große Message, die ich aus diesem Buch ziehen kann. Es geht um den Menschen und nicht um das Geschlecht. Menschen können so wundervolle Wesen sein, liebevoll und offen, stark, mutig und nebenbei auch noch humorvoll. Da macht es doch keinen Unterschied, ob Mann oder Frau, etwas dazwischen oder trans. Love is Love. ♡

Pipifeine Grüße,
Sophie

Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zugesendet und ich liebe es. Danke dafür, lieber LYX-Verlag! 

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